5:0 gegen Valla Verde CF – nur noch drei Siege bis zum Happel!

Der Tabellenführer der 1. Klasse D war die erwartet harte Nuss, gestaltete das Spiel lange offen. Am Ende stand aber ein doch verdienter Sieg. Der doppelte Elferkönig Groiss, Ibel und Joker-Doppelpack-Baumann sorgten für die Tore.

Riesig war die Vorfreude auf das erste Pflichtspiel 2017, entsprechend war auch die Motivation. Doch mindestens von gleicher Größe der Respekt vor dem Gegner, der schließlich souverän Tabellenführer ist und über einen Spieler verfügt, der in elf Spielen 21 Hütten machte. Das Flutlicht in der Gruabn wurde aufgedreht, der Schiri war auch da – alles bereits für eine geile Cup-Nacht. Einzig bei Anweisungen des Trainers („Fahrt’s hint‘ ab mit der Haut“) spürte man leichte Unsicherheit vor dem Anpfiff: „Du Flo, der meint, dass wir hinten den Ball schnell aus der Defensive bringen sollen, oder?“

Schleppender Start ins Spiel
Wir fanden nicht gut ins Spiel, das muss man zugeben. Die Gäste hatten uns in der Anfangsphase regelrecht den Schneid abgekauft. Wir mussten, wie so oft, erst mühsam lernen, dass es zu einem erfolgreichen Fußballspiel auch Kampf und Einsatzbereitschaft braucht. Erst nach zehn Minuten hatten wir dann mehr Sicherheit am Ball und konnten, wie es der Plan war, dem Gegner unser Spiel aufzwingen.

Das war dann ganz gefällig: Einige schöne Kombinationen im Zentrum wechselten sich mit dynamischen Angriffsaktivitäten über die Seite ab. Sonderlob an die beiden Außenverteidiger Spinka und Salas, die sich sehr fein in Offensivbemühungen einschalteten. Schluss war dann meistens am gegnerischen Strafraum. Warum wir in so einer Partie nicht einfach mal Distanzschüsse auspacken, bleibt ein Rätsel.

Geile Jungs
Die gefährlichsten Aktionen gingen standesgemäß vom deutschen Dreieck Rome-Ibel-Krüger aus. Pure magic. Vor allem Krüger präsentierte sich extremst motiviert und haute wirklich eine Klassepartie raus. Geiler Junge. Auf der linken Seite gefiel Groiss durch präzise Flanken- und Querbälle in die Gefahrenzone. Der erneut bärenstarke Pawlowski scheiterte nach einer dieser Vorlagen an der Querlatte. Schade. Groiss/Pawlowski: Auch geile Jungs.

Dann die Nachspielzeit der ersten Halbzeit und erneut drohte ein Angriff am Sechzehner zu ersticken. Da tauchte plötzlich Thomas „Lucio“ Heimer im Angriffsdrittel auf und ließ sich von seinem stellvertretenden Obmann per Doppelpass in den Strafraum schicken. Der stürmende Innenverteidiger konnte nur noch per Foul gestoppt werden, folgerichtig gab es Penalty, den Groiss souverän und wie gewohnt zentral und halbhoch versenkte. Es folgte der Pausenpfiff.

In der Kabine schlechte Stimmung. Viele waren mit der Leistung unzufrieden, was aber eigentlich gar nicht angebracht war. Die Leistung war absolut in Ordnung, der Gegner stark. Vielleicht ließen sich einige vom Ligenunterschied täuschen und glaubten, das würde eine ganz lockere Trainingspartie werden. Tja, ohne Gegenwehr lässt sich halt niemand gerne aus dem Cup kegeln.

Ibel der Teufelskerl
Motiviert der Beginn zum zweiten Durchgang. Einer wollte unbedingt sein Tor machen und legte ordentlich los: Caspar Ibel, frisch vom Literaturfestival Nordrhein-Westfalen angereist und deshalb noch mit leichten Koordinationsproblemen, schnappte sich die Frucht, machte nach Augenzeugenberichten drei bis vier Gegner nass und schloss wunderschön in die Ecke ab. 2:0 nach 48 Minuten. Die Vorentscheidung? Es folgten nun starke zehn Minuten, in denen wir auf das dritte Goal drückten. Es musste aber erneut ein Elfmeter her, um die Führung auszubauen: Handspiel auf der Linie, Elfmeter Groiss, wieder hoch in die Mitte, 3:0. Schade, dass Heimers Interventionsversuche beim Schiri kein Gehör fanden: „A geh, rote Karte ist doch a Schaas. Lassen wir einfach das Tor so zählen und spielen 11 gegen 11 weiter.“

Damit war der Kas‘ gebissen und unsere Konzentration auch irgendwie dahin. Die personelle Überzahl konnte man nicht ausnutzen, ganz im Gegenteil: Die Gäste kamen jetzt erst recht zu brauchbaren Offensivszenen. Dass dabei kein Tor herausschaute, lag vor allem an einem mehr als soliden (aber zwischenzeitlich überheblichen) Ludescher im Kasten und am IV-Duo Leutgöb-Heimer. Letztgenannter scheint jeden Leutgöb auf die Spitze seines fußballerischen Könnens hieven zu können. Super Spiel von beiden und wir freuen uns irgendwann auf eine Dreierkette mit Leutgöb-Heimer-Leutgöb. Das muss der pure Defensiv-Orgasmus sein.

Wunderjoker Baumann
Da das Spiel entschieden war, ließen wir uns etwas gehen. Die Gemütlichkeit ist ein Hund. Aktionen in der Offensive waren aber durchaus noch brauchbar. Auch die Einwechselspieler Havlik, Kasmannhuber (verzichtete auf einen Einsatz von Beginn, um das mitgebrachte Buch von der Buchmesse Köln noch fertig zu lesen) und Baumann brachten sich gut ins Spiel ein. Baumann wurde für seine Einsatzfreudigkeit dann auch noch mit zwei Treffern belohnt, machte den Sack mit einem Doppelpack in den Minuten 70 und 84 zu. Das nennt man mal Empfehlung für die Startelf…

Fazit: Das freundschaftliche Kräftemessen gegen die Spice Balls war ein hervorragender Test für das Cup-Spiel gegen Valla Verde. Beide Teams setzen auf die idente Spielanlage: Superkompakte Defensive und lange Bälle auf schnelle Angreifer. Zum Leidwesen der bemühten Gäste war unsere Abwehr für diese Aufgabe gewappnet. Die eigene Leistung war anständig, selten haben wir über die Flügel so viele Angriffsszenen eingeleitet. Lernfelder:

  • Das Pressing muss kompakter werden
  • Überraschenderweise fehlte uns heute vor allem im Zentrum etwas Aggressivität, obwohl das sonst der Ort des totalen Körperkontakts ist
  • Kommunikation: Geht gegen Null. Lediglich Ibel („ja, geht“) und Rome („Thomas! Fuß!“) sind am Feld akustisch zu vernehmen. Der Rest schweigt – auch hier ist Rome Antreiber zur Verbesserung („Flo! Sag ihm was!“).
  • Wünschenswert wäre, wenn alle so fit wären wie das Duo Pawlowski/Ivanov, das erneut in unbestechlicher Art und Weise Lücken am ganzen Feld stopfte.

Ja, am Samstag warten die Lions. Das wird, wie immer, eine unfassbar schwere Aufgabe. Aber wir freuen uns drauf. Ebenso warten wir schon gespannt auf das 60m-Duell Ibel vs. Kneissl. Laut Quoten geht Ibel als 8:1-Favorit ins Rennen. Ein Sieg Kneissls wäre in etwa so verwunderlich wie ein Erfolg des HSV beim FC Bayern…

 

DSG-CUP 2016/17 | 3. Runde | 27.02.2017

SC Cover-Direct vs. Irreal St. Leopold 5:0 (1:0)
Gruam

SCCD spielte mit: Ludescher; Salas Campos, Heimer, Leutgöb J., Spinka; Ivanov; Groiss, Rome (60., Havlik), Pawlowski (67., Baumann), Krüger; Ibel (67., Kasmannhuber)

Torfolge:
1:0: Florian Groiss (Strafst., 45+1.)
2:0: Caspar Ibel (48.)
3:0: Florian Groiss (Strafst., 59.)
4:0: Tim Baumann (70.)
5:0: Tim Baumann (84.)

WFV-Spielbericht

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