Als bessere Mannschaft verloren: Bittere Niederlage im Clasico

Nach fast 16 Monaten wieder eine Niederlage in der Meisterschaft und dann ausgerechnet im Clasico gegen Südtirol. Eine bittere 1:3-Niederlage nach hart umkämpften 90 Minuten.

Die Anfangsphase war furios – es schien, als würde die bis in die Haarspitzen motivierte Cover-Elf Südtirol sprichwörtlich auffressen. Totales Übergewicht im Zentrum, gefährlich Aktionen nach vorne und hinten solide. Nach wenigen Spielminuten schien das Rezept für einen Dreier im Clasico gefunden zu sein.

Schock und Bruch im Spiel
Von Südtirol war in den ersten 20 Minuten nichts zu sehen. Dabei standen die Gäste mit Blick auf den Meistertitel-Kampf nach der Niederlage bei Leopoldau bereits mit dem Rücken zur Wand, man hätte ein engagierteres und offensiveres Südtirol erwarten können. Nach 22 Minuten dann die erste nennenswerte Szene und auch gleich die Führung aus dem Nichts für die SGS: Eckball. Kopfball. Tor. Tja, so einfach kann Fußball sein.

Irgendwie in die Halbzeit retten
Danach war das cover’sche Spiel merkbar erschüttert. Der sehr gefällige Kombinationsfußball geriet ins Stocken und es wurde nicht mehr so viel Druck auf des Gegners Hütte ausgeübt wie vor dem 0:1. An dieser Stelle merkte man vielleicht auch das Fehlen von Krüger, Meuthen, Pawlowski (vorerst auf der Bank) oder Groiss (!), die gerade in solchen Phasen das Team wieder nach vorne pushen können. Schlussendlich nahm man den Halbzeitpfiff für die eigene Sortierung dankend an, wenngleich Südtirol weiterhin harmlos war und aus unserer Schwäche keinerlei Profit ziehen konnte. „Nur nicht verlieren“ schien auch nach dem 0:1 weiterhin die Maxime der Gäste zu sein.

Auch in Durchgang 2 tonangebend
Wie in den ersten 45 Minuten auch nach Seitenwechsel fast Einbahnstraßenfußball – wenngleich die großen Chancen ausblieben. Aber über die spielerische Dominanz von Cover gibt es keine zwei Meinungen. Das Spiel erinnerte mehr und mehr an FC Barcelona gegen Deportivo Alaves: Auf der einen Seite großartiger Fußball der fein anzusehen ist. Auf der anderen Seite der heroisch fightende Underdog aus einer autonomen Gemeinschaft, dessen Abwehrchef Julian Perathoner von den Fans (zu Recht) wie ein Halbgott verehrt wird.

Stichwort Fans: Das diesmal doch leider nur mittelmäßige Interesse am Clasico schieben wir auf den unglücklichen September-Termin und das doch auch maue Wetter. Auf dem Feld bewiesen beide Teams, dass Cover gegen Südtirol das geilste Match im gesamten DSG-Fußball ist. Es bleibt zu wünschen, dass beim Rückspiel die Bude am Red Star-Platz wieder aus allen Nähten platzt!

AUSGLEICH! DIIIEEEEGOOOOO
Zurück zum Spiel: In der 56. Minute ein Cover-Angriff über links, der nur kurz geklärt werden kann. Ivanov zieht ab, der Goalie lässt nach vorne abklatschen und da steht: Diiiiiiiieeeeegooooooo! Ausgleich! Mehr als verdient das 1:1! Das erste Tor unserer mexikanisch-brasilianischen Perle im Dress von Cover!

Manchmal ist Fußball ein Arsch
Danach weiter Cover am Drücker. Die ganz großen Möglichkeiten auf die Führung blieben aus, es fehlte ein wenig die Durchschlagskraft. Auf der anderen Seite kam Südtirol in Minute 71 halbgefährlich in unseren Strafraum. Wir sicherten den Ball, konnten ihn aber nicht aus der Gefahrenzone dreschen. Mattia Cannarsa überzuckerte schnell und schloss schnörkellos zum 1:2 ab. Wieder ein Tor aus dem Nichts.

Nun war aufbäumen angesagt. Und es gelang. Der Spielfluss war nicht so massiv gebrochen wie nach dem 0:1 und wir kreierten Chancen. Ein Lattentreffer war in der Schlussphase die größte Chance auf den Ausgleich. Cover warf alles nach vorne, leider vergebens. So kam dann mit dem Abpfiff das unvermeidliche 1:3 aus einem Konter. Erneut netzte Mattia Cannarsa.

Fazit: Für drei Punkte muss man auch Tore machen und nicht einfach nur die bessere Mannschaft sein. Südtirol kam mit vollen Hosen in die Gruam und fährt mit drei Punkten heim. Schlussendlich auch irgendwie verdient, weil sie hinten größtenteils wenig zuließen und vorne einfach zwei Tore mehr machten. Nächste Woche (Montag, 2. Oktober, 20 Uhr, Gruam) folgt das nächste Heimspiel gegen die Spice Balls – hier müssen drei Punkte her, alles andere wäre inakzeptabel.

SC Cover-Direct : SG Südtirol 1:3 (0:1)
Gruam

SCCD spielte mit: Bielowski; Salas Campos, Vuijk, Heimer (66., Pawlowski), Steinbach; Ivanov, Havlik, Kasmannhuber; Sauer, Brouczek, Brandstetter (HZ, Karus).

Torfolge:
0:1: Christian Brandstetter (ET, 22.)
1:1: Diego Salas Campos (56.)
1:2: Mattia Cannarsa (71.)
1:3: Mattia Cannarsa (90+2.)

WFV-Spielbericht

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