Atemberaubend! Magisch! Unwiderstehlich!

Die Ausgangslage war relativ klar: Verlieren verboten. Denn mit einem Sieg würde Torpedo Meister werden und am Donnerstag mit breiter Brust ins Cup-Halbfinale gegen uns gehen. Umso besser, dass wir die beste Saisonleistung auspackten und den Tabellenführer mit einem 2:0 den ersten Punkteverlust im Frühjahr zufügten.

Es begann mit einer halbstündigen Kabinenansprache der Coaches. Erst um 19:47 lief man, arrogant wie immer, zum Aufwärmen aufs Feld. Bereits früh trugen diese taktischen Ansagen dann aber Früchte, denn von Beginn weg hatten wir das Spiel klar unter Kontrolle. Das Um und Auf zu Beginn das Trio im Mittelfeld: Kasi, Etienne und Mario erinnerten sehr stark an Iniesta, Xavi und Busquets. Es war magisch. Voller Zugriff, keine Entfaltungsmöglichkeit für Torpedo.

Volle Power
Der druckvolle Beginn wurde sogleich in eine Führung verwandelt: Über rechts setzte sich Michi Sauer mit seiner ersten von 78 herausragenden Aktionen des Abends durch, bediente in der Mitte Erik, der gedankenschneller als alle anderen war und zum 1:0 abschloss. Dass die Führung nach 5 Minuten bereits mehr als verdient war, sagt alles über die Leistung in Durchgang 1.

Torpedo kam nur durch Standards
In dieser Tonart ging es weiter und es entwickelte sich ein gefälliges und extrem intensives Spiel. Das Heft hatten ganz klar wir in der Hand, Grund dafür war neben dem überragenden Zentrum das Bollwerk-Fundament Abwehr: Michi, Tim, Phil und Tobi lieferten über 90 Minuten eine wirklich extrem starke Partie ab und ließen vom Tabellenführer eigentlich nichts zu. Einzig durch zwei Freistöße von Adria Soriano Borreda bzw. Marcos Di Cristofaro sowie nach einem Eckball kam so etwas wie Gefahr auf. Sonst ein eher mauer Abend der Offensivabteilung des Leaders, die zusehends auch an Max O verzweifelte, der seelenruhig eine Mörderpartie runterspielte – überragendes Stellungsspiel bei hohen und weiten Bällen. Da war nix zu holen.

Nicht so unsere Sturmfront, die richtig in Spiellaune war. Neben Dodophänomenale und dem überragenden Erik, stach auch Peter „Rebell“ Sniesko heraus. Der Routinier brillierte mit Spritzigkeit und Zweikampfstärke und war im Verbunde mit Michi S eine geile Turboachse über rechts.

Auch nach der Pause: Nur Cover
Der Seitenwechsel tat uns ganz gut, um ein wenig durchzuschnaufen und Kräfte zu sammeln. Harmen ersetzte Etienne, doch die kleine Umstellung änderte in Halbzeit 2 nichts am Spiel. Weiter nur Cover, einzig das entscheidende und erlösende 2:0 wollte nicht gelingen. Chancen waren da, doch wie so oft hielten wir die Partie lieber spannend als sie zu entscheiden – einige Male durften sich die Gäste auch beim Linienrichter bedanken, der doch sehr oft die Fahne hob. Naja, für was hat er sie denn auch sonst mit…

Die Nicht-Entscheidung eröffnete für Torpedo jedenfalls die Möglichkeit in Erscheinung zu treten. Wobei Treten hier das tatsächlich das richtige Stichwort ist. Mehrmals äußerst rüde Attacken zeugten von einer ansteigenden Frustration, da einfach so gar nichts gelingen wollte bei den Gelb-Grünen.

Dodo und Danny zur Entscheidung
Wir konzentrierten uns aufs Fußballspielen (ja, auch wir sind lernfähig!) und waren auch richtig in einem Flow drinnen, in den sich auch die Einwechselspieler Thomas, Danny und Constantin (Hammer!) nahtlos einreihten. Highlight in einer turbulenten Schlussphase das 2:0 durch Danny, unwiderstehlich vorbereitet von einem Dodo in Bestform.

Unrühmlicher Höhepunkt war die Brutalo-Attacke (©Bild am Sonntag) von Carlos Andres Ramirez in der Nachspielzeit. Bewusst einen Spieler mit einem regelrechten Tritt in die Beine und ohne jegliche Chance auf den Ball verletzen zu wollen geht einfach gar nicht, daher völlig zurecht (und eigentlich längst überfällig) glatt Rot für den sonst so genialen Kicker. Kurz danach war Schluss und wir feierten einen verdienten Sieg und die Vertagung der Entscheidung im Titelrennen!

DSG Liga | 19. Runde | 6.5.2019
SC Cover-Direct vs FC Torpedo 03  2:0 (1:0)
Gruam

SC Cover-Direct spielt mit:

T             Maximilian Ostermann
Es ist bei Torhütern wie bei den Schiedsrichtern: fallen sie nicht auf, machen sie alles richtig. Max hatte so einen Abend. War immer zur Stelle und tat das, was man sich von einem Tormann erhofft: Jeden Ball in seinem Umfeld sicher halten. Schampoo!

03          Tim Baumann
Sechs Wochen keine Spielpraxis? Kein Ding für Timbo. Vielleicht sogar der beste IV Welt. Einer unserer 6er sagte nach dem Spiel: „Ich lache jeden Gegenspieler aus, gegen den ich einen Zweikampf verliere, weil ich weiß: haha, du arme Sau rennst gerade auf Tim zu.“

04          Tobias Steinbach
6er, 8er, Rechtsverteidiger, Linksverteidiger, Käfig, Naturrasen… Der Junge kann einfach alles! Außer pünktlich kommen. Aber wie sagt man so schön: das Beste kommt immer zum Schluss. Und bei „das Beste“ ist sicher Tobi mit dabei. Auch gestern wieder famos!

07          Peter Sniesko
Aja. Noch ein Selten-Pünktlicher. Liegt dem Rebellen aber im Blut. Knüpfte gegen Torpedo an seine ganz großen Auftritte an und ist bissig, giftig und spritzig wie ein 21-Jähriger. Toller Auftritt und hat mit Michi S die rechte Seite einfach geil beackert.

08          Philipp Havlik
Keine Worte werden ihm gerecht. So oft wurde hier schon über Helden und Legenden geschrieben. Alle ein Scheißdreck im Vergleich zu Phil. Spielt vermutlich seine beste Saison im Cover-Dress und das soll was heißen. Gestern war kein Ausreißer nach oben – aber auch nur, weil er schon seit Saisonbeginn (und auch gestern) on top spielt.

09          Michael Sauer
Wird oft nur auf die Geschwindigkeit reduziert, doch kann auch richtig gut Fußball spielen. Spätestens seit gestern weiß das die ganze Welt. Herausragend gegen Ende des Spiels, als er sich mit einem kleinen Fersler gegen die Torpedi durchsetzte. Ein herausragender Kicker, a guada Haut, der Publikumsliebling.

10          Dominik Brouczek
„Alter. Wie krass ist Dodo?“ raunte es gestern mehrmals von der Seitenlinie. Ja, man vergisst es einfach, weil es zur Normalität wurde – aber was dieser Kerl von Spiel zu Spiel abliefert ist der schiere Wahnsinn. Der Assist zum 2:0 hat sich nichts Anderes verdient als das Prädikat WELTKLASSE.

13          Erik Muckenschnabel
Genau der Flügelspieler den sich jeder wünscht, den jeder will, den keiner stoppen kann. Und dann gegen Torpedo auch wieder mit einem Torriecher wie Timo Werner. Kann die Bälle halten, kann spielerisch glänzen und sich auch im Dribbling durchsetzen. kurzum: der perfekte Kicker.

14          Stefan Kasmannhuber
Stichwort Perfektion. Da kommt man kaum um Kasi rum. Es gibt wohl keinen Spieler, der öfter die richtige Entscheidung trifft als Kasi. Geschmeidigste Körperbewegungen lassen jeden Gegenspieler verzweifeln und was bei ihm öfters untergeht oder unerwähnt bleibt: überragendes Kopfballspiel!

16          Etienne Kästner
Man nimmt einfach die besten Eigenschaften von Toni Kroos, N‘Golo Kanté und Emre Can, mixed ein bisschen rum und schon hat man einen Etienne Kästner. War in Durchgang 1 Ton- und Taktgeber, las einmal mehr das Spiel sowas von ausgezeichnet, dass es eine Freude war zuzusehen.

23          Mario Ivanov (K)
Der Leader, der Kapitän, der herausragende Mario. Verkörperte gegen Torpedo all das was gut lief und war hauptverantwortlich dafür, dass alles gut lief. Tat sich irgendwo eine Lücke auf, war er als tiefer 6er sofort zur Stelle und schloss ebendiese. Note: 1A.

HZ.: Harmen Vuijk für Etienne Kästner
Harmen läuft immer gegen Saisonende zu seiner Bestform auch. So scheinbar auch heuer. Klärte mehrmals gegen die anrennenden Stürmer und blieb dabei stets souverän. Es fehlen einem fast die Worte, wie abgebrüht der Kerl da hinten drin agiert.

58.: Daniel Meuthen für Peter Sniesko
Bis zu seiner Einwechslung der geniale Coach an der Seitenlinie: Anweisungen wie Antonio Conte, den Dresscode von Maurizio Sarri und den Blick aufs Spiel von Guardiola. Machte dann auch am Feld alles richtig, tolle Zweikampfführung und wichtige Laufwege – mit einem davon belohnte er sich mit dem 2:0-Treffer.

58.: Thomas Heimer für Mario Ivanov
Der Obmann in Höchstform. Kam rein, sortierte das Zentrum und setzte Akzente nach vorn. Wie auch zuletzt bei seinen Einwechslungen, drückte er der Partie nochmal so richtig seinen Stempel auf und empfahl sich für höhere Aufgaben. Wer so einen auf der Bank hat, der kann sich schon mehr als glücklich schätzen.

68.: Constantin Henriksen für Stefan Kasmannhuber
In Hamburg wird er schon als „der junge Manni Kaltz“ tituliert. Herausragende Physis und ein exzellentes Gespür für das richtige Timing im Zweikampf – so zerstörte er schon Sekunden nach seiner Einwechslung jegliche Hoffnung Torpedos, dass hier noch was gehen könnte. Geile Partie!

 

Tore:
1:0: Erik Muckenschnabel (5.)
2:0: Daniel Meuthen (86.)

 

WFV-Spielbericht

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