Big Points gegen AFC Hietzing: 2:1 gewonnen!

Cover gegen Hietzing, das ist eigentlich so etwas wie die DSG-Feinkostabteilung: Schön zum Anschauen, viel Gutes dabei und man hat immer Lust drauf. Allerdings war diesmal davon wenig zu sehen – bei winterlichen Temperaturen wurde eher spielerische Magerkost geboten. Doch wie heißt es so schön? Wer solche Spiele gewinnt, holt sich am Ende den Titel.

Spielerisch zählen wir mit Hietzing sicher zu den besseren Teams in der Liga. Seit neuestem bestechen wir auch durch große Lauf- und Einsatzbereitschaft – man darf das Wort „lernresistent“ also aus unserem Vereinsprofil streichen. Auch im Spitzenspiel gegen die Akademiker präsentierten wir uns bissig, obwohl wir sicher noch etwas das Trainingslager in den Beinen hatten. Das Pressing war ok, aber weniger druckvoll als in den ersten vier Meisterschaftsrunden.

Nach vorne wollte ebenso nicht wirklich viel gelingen. Zu tief standen die Hietzinger, zu wenig Raum konnten wir uns erarbeiteten. Noch harmloser als hingegen die Gäste, denen das biedere Defensiv-Spiel unserer Meinung nach überhaupt nicht gut passt – der erfrischende Offensivfußball der letzten Jahre sollte als Markenzeichen beibehalten werden. Eventuell ist die Zurückhaltung auch dem bisherigen Saisonverlauf geschuldet, schließlich kommt der Vorjahresdritte so überhaupt nicht in Fahrt und findet sich im Abstiegskampf wieder. Die Verunsicherung war zu spüren, die Selbstverständlichkeit wurde schmerzlich vermisst.

Akzente gingen auf unserer Seite vor allem von unseren erneut starken Flügeln aus. Dazu trieben Brouczek, Ivanov und Rome das Spiel immer wieder gut an. Die (wirklich willkürlich zusammengestellte) Abwehr stand stabil und mit diesem Wissen im Hinterkopf, trauten wir uns mit Fortdauer des Spiels auch immer mehr zu. Viele gute Chancen ergaben sich aus Standards, doch noch agierten wir dabei zu harmlos. Zugegeben präsentierte sich Gästekeeper Robin Herkenrath auch extrem sicher bei hohen Bällen. Bei einem Lattentreffer hatten der AFC ebenso Glück wie bei einem vermeintlichen Elfmeterfoul. Da die ganz großen Proteste aber ausblieben, könnte die Entscheidung auch richtig gewesen sein.

Die 29. Minute: Erneut Eckball, erneut sind wir weit davon entfernt gefährlich zu werden und die Hietzinger Abwehr kann klären. Doch zu kurz. Der Ball landet vor den Füßen unserer Nummer 23, Mario Ivanov, der kurzerhand aus 25 Metern abzieht. Den abgefälschten Ball kann der bis dahin makellose Gästekeeper nur noch vor die Füße unseres Einserstürmers klatschen, der artig danke sagt und den Ball zum Führungstreffer über die Linie schiebt. Nicht unverdient, aber als überfällig lässt sich das 1:0 bis dahin auch nicht bezeichnen.

Bis auf einen gelungenen Angriff direkt nach dem Anstoß, blieben die Hietzinger jegliche Reaktion schuldig. Markus Sichtars (laut Informationen verletzt, von daher gute Besserung!) und Damir Hanic fehlten dem Spiel der Gäste merklich, so kontrollierten wir die Zentrale doch ziemlich eindeutig. Bis zur Pause flachte das Spiel dann zusehends ab.

Zweite Halbzeit, in die vor allem die in weiß spielenden Gäste gut starteten. Eric „jaaaaaa“ Havugimana brachte frischen Schwung in die behäbige Offensive der Gäste und sorgte für ordentlich Wirbel am Feld. Nun nahmen die Hietzinger das Heft in die Hand, wurden gefährlicher. Doch trotz gut herausgespielter Chancen musste schließlich eine Standardsituation für den Ausgleich her: Ein Freistoß wurde perfekt aus dem Halbfeld auf die zweite Stange getreten, niemand kam an den Ball, der von der Seitenstange hinter die Linie hüpfte. Ausgleich. Na bravo. Würden wir einen Mannschaftsroman schreiben, er würde wohl „Unser Leben mit den Nudeltoren“ lauten.

Doch wirkte der Gegentreffer wie ein Weckruf. Endlich präsentierten wir uns wieder wie eine Heimmannschaft, suchten die Zweikämpfe, forderten Bälle, kommunizierten miteinander, kurz: wir spielten wieder Fußball. Der verdiente Lohn allerdings auch bei uns erst durch einen ruhenden Ball: Perfekte Vorlage von Groiss, der den Ball mustergültig auf das Köpfchen von Obmann Heimer legt. 2:1, unter tatkräftiger Unterstützung des unglücklich aussehenden Tormanns Herkenrath.

Danach eigentlich wieder Schonkost. Wenig Schlusspower bei Hietzing, kaum gefährliche Konter bei uns. Pünktlichst und wohl auch etwas ermüdet pfiff Schiedsrichter Kadir Barmaksiz ab. Großer Jubel auf unserer Seite, denn drei Punkte gegen Hietzing kann man eigentlich nie einplanen, das sind immer Big Points. Auf der Gegenseite etwas Ernüchterung nach der vierten Niederlage im fünften Spiel. Damit haben die Akademiker bereits halb so viele Niederlagen wie im gesamten Vorjahr, eine düstere Bilanz und irgendwo im 13. Wiener Gemeindebezirk werden wohl bereits erste Trainerdiskussionen geführt.

Fazit: Naja, schwer einzuschätzen die Partie. Einerseits wirkte es etwas weniger dynamisch als die bisherigen Heimauftritte gegen Lions und Leopoldau. Andererseits haben wir immerhin den AFC mit 2:1 besiegt, Vorjahresdritter und amtierender Cup-Sieger. Man muss zufrieden sein, vor allem beim Blick auf die Tabelle: Platz 2, nur der sensationelle Aufsteiger Sektion Westside verdirbt uns die Tabellenführung und lacht vom Platz an der Sonne. Am kommenden Montag wartet der noch sieglose RSC Elite 05. Bei allem Respekt, aber wollen wir ernsthaft um den Titel mitspielen, müssen da drei Punkte her.

Dunkle Wolken hingegen über Hietzing: Nur drei Punkte aus fünf Spielen. Und jetzt kommt es auch noch zum Kellerduell gegen die Internationals. Da heißt es „verlieren verboten!“, sonst steckt man mitten drin im Abstiegskampf und wird vielleicht zum HSV der DSG-Liga.

 

DSG-LIGA 2016/17 | 5. Runde | 10.10.16

SC Cover-Direct vs. AFC Hietzing 2:1 (1:1)
WAF Gruam

SCCD spielte mit: Ludescher; Groiss (Spinka, 80.), Seidl, Heimer, Pawlowski; Rome (Kasmannhuber, 53.), Havlik; Salas Campos (Meuthen, 57.), Ivanov, Brandstetter; Brouczek

Unsere Besten: Heier, Rome, Brandstetter

Torfolge:
1:0 Dominik Brouczek (29.)
1:1 Georg Schütz (61.)
2:1 Thomas Heimer (70.)

WFV-Spielbericht

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