Bittere Niederlage im Cup-Finale verhindert das Double

Was mit einer großartigen Kabinen-Ansprache begann, endete leider etwas enttäuschend: Nach einem nervenaufreibenden Spiel verloren wir im Finale des DSG-Cup mit 3:5 gegen die Wolf Park Rangers. Doch kein Grund zur Traurigkeit: Jeder einzelne Spieler kann stolz auf die gezeigten Leistungen in dieser Saison sein. Es war eine unfassbar starke Spielzeit und den Cup-Titel holen wir uns ganz einfach nächstes Jahr!

Es begann großartig. Es war auch irgendwie großartig. Aber leider fehlte der Sieg zum perfekten Glück. Es war eigentlich angerichtet: Einer perfekten Saison in der Meisterschaft sollte mit dem Triumph im Cup die Krone aufgesetzt werden. Dazu wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Rome wurde aus München eingeflogen. Fahnen für die zahlreichen Fans bereitgestellt. Dazu huldigten wir unsere tragischen Cup-Helden mit Shirts und Banner. Aber es hat nicht sollen sein. Na gut, genug des Jammerns, fangen wir vorne an und arbeiten wir auf, wie es so weit kommen konnte…

Verhaltener Start – klassisches Abtasten
Zu Beginn des Spiels mussten sich beide Teams an das Naturgrün im Happel gewöhnen. Von einem druckvollen Pressing weit und breit nichts zu sehen, es galt vor allem Fehler zu vermeiden. So ergaben sich auch kaum Torchancen. Unsere Defensive gewohnt souverän, vorne konnten wir allerdings auch keine Akzente setzen. Schnell wurde klar, dass wir hier einem richtig guten Gegner gegenüberstanden.

Die Wende nach dem Rückschlag
Nach 20 Minuten der Schock: Verunglückte Rückgabe, die Gäste nutzen die Gunst der Stunde und Manuel Stöger schiebt easy zum Führungstreffer ein. Der Jubel der Wölfe aus dem 19. Bezirk sollte aber alsbald verstummen, denn wir setzten zum Gegenschlag an. Binnen sechs Minuten drehten wir die Partie, beziehungsweise drehte Jeremy Rome das Match: Nach 23 Minuten staubte Rome nach einem Corner ab. Der Ausgleich! Yes! Das wirkte wie ein Befreiungsschlag. Nur sechs Minuten später erneut Eckball für uns. Der Ball hatte augenscheinlich Schnee oben aufliegen, doch Rome sprang am höchsten und versenkte per Kopf zum 2:1 – ein Pfundskerl! Unser neuer Pierre-Michel Lasogga: Immer da wenn man ihn braucht!

Schock Nr. 2
Nun brachten wir etwas mehr Sicherheit in unser Spiel, man konnte fast sagen, dass wir das Heft in der Hand hatten. Doch genau in unsere beste Phase versetzte uns erneut Manuel Stöger in einen Schockzustand. Hereingabe von links, unglücklich abgefälscht und erneut lässt sich der Stürmer die Chance nicht entgehen. Gleichstand. Pausenpfiff. Durchatmen. Und Tormannwechsel, für den fehlerlosen Billy kam Mike in den Kasten – der Spirit von 2014 lag nun in der Luft.

Diegoooooo
Es dauerte ein wenig, bis die Begegnung nach Wiederbeginn Fahrt aufnahm. Zu großen Chancen konnte sich keines der Teams durch die Defensivreihen durchkämpfen. Unser Trainerteam brachte Kain für Salas – Letzterer wurde von den lautstarken Fans mit „Diegoooo, Diegoooo“-Rufen für eine starke Partie verabschiedet. Generell eine Wahnsinnssaison des 19-jährigen mexikanischen Supertalents, der sportlich und menschlich eine riesige Bereicherung für unseren Verein darstellt.

Nicht unser Tag
Symptomatisch für unser Spiel dann die 63. Minute, wo wir uns erneut ein Tor selbst einschenkten. Erneut sagte Manuel Stöger Danke. Beim kollektiven Kopfschütteln am Feld, auf der Bank und auf der Tribüne konnte man aus den Gesichtern klar rauslesen: „Das wird heut nix, es ist einfach nicht unser Tag.“ Kurzer Exkurs, kennt ihr Element of Crime? Die haben mit „Nicht dein Tag“ den Song zu diesem Finale bereits in den 90ern-Geschrieben:

Geh nicht vor die Tür
Geh nicht vor die Tür
Iss, trink, schlaf‘, träum‘
Iss, trink, schlaf‘
Das ist heute nicht dein Tag
Das ist heute nicht dein Tag

 

Zauber-Danny
Wir steckten den neuerlichen Rückschlag aber gut weg, wollten uns natürlich nicht kampflos ergeben. Gefährlich blieben wir zunächst besonders bei Standards und einer davon führte zum Ausgleich Nummer drei in diesem verrückten Spiel: Meuthen legt sich das Leder für einen Eckball zurecht und zirkelt ihn wie schon drei Tage zuvor im Spiel gegen Pötzleinsdorf über den Keeper hinweg direkt ins lange Eck! Sensationeller Typ und frech wie nur was. Im After-Match-Interview gab er zu Protokoll: „Wenn mir die sportliche Leitung keinen Stefan Kießling in den Strafraum stellt, muss ich die Buden einfach selber machen.“ Kurzer Sidefact dazu: Bonn ist die größte deutsche Stadt, aus der noch nie ein Verein in der Fußball-Bundesliga spielte. Quasi ein geknechtetes Bauerndorf des deutschen Fußballs.

Die Freude währte freilich nicht lange, denn wieder luden wir die Rangers zum Toreschießen ein. Zum vierten Mal war es nur wenige Augenblicke nach dem 3:3 Herr Manuel Stöger, der uns einschenkte. Wir warten noch immer sehnsüchtig auf einen Geschenkkorb von ihm für unsere vier Torvorlagen.

Druck auf Ausgleich blieb unbelohnt
Hervorzuheben unser moralisches Aufbäumen nach dem gefühlt zwanzigsten Rückschlag in dieser Partie. Leidenschaftlich kämpften wir in den letzten 20 Minuten um den Ausgleich. Der eingewechselte Dodo brachte frischen Wind in die Partie, konnte sich leider nicht mit einem Treffer im Happel belohnen. Auch Caspar, der an einem normalen Tag die Rangers wohl alleine weggeknallt hätte, agierte glücklos – wurde von den gegnerischen Verteidigern allerdings auch nicht zimperlich behandelt, wie diverse Spuren an seinen Beinchen nach dem Spiel zeigen sollten. Gehört wohl zu einem superfairen Spiel dazu, den gegnerischen Topstürmer mal ordentlich abzuklopfen über 90 Minuten.

Kopf hoch und DANKE
Wie dem auch sei. Der erneute Ausgleich wollte uns einfach nicht gelingen. Stattdessen machten die Rangers mit dem 5:3 den Deckel drauf. Aber das war eigentlich ziemlich egal. Einzig erwähnenswert: Es war nicht Manuel Stöger, der den Treffer erzielte.

Wir können dennoch auf einen unglaublich geilen Tag zurückblicken. Haben uns nichts vorzuwerfen, denn alle haben sich so reingehauen, wie es sich für ein Finale gehört! Leider waren wir etwas glücklos und die Wolf Park Rangers auch einfach gut, das gehört schon erwähnt. DANKE nochmals an dieser Stelle an alle, die uns in das Ernst-Happel-Stadion begleitet haben! Es war ein Tag, den keiner von uns jemals vergessen wird! Wir beginnen jetzt schon mit den Vorbereitungen für unseren #roadtohappel2018 und wollen dann im Happel wieder triumphieren!

 

Wolf Park Rangers : SC Cover-Direct 5:3 (2:2)
Ernst-Happel-Stadion

SCCD spielte mit: Bielowski (HZ Ludescher); Salas Campos (57., Kain), Heimer, Kasmannhuber, Baumann; Havlik (83., Spinka), Rome, Ivanov; Groiss (68., Brouczek), Ibel, Meuthen

Torfolge:
1:0: Manuel Stöger (20.)
1:1: Jeremy Rome (23.)
1:2: Jeremy Rome (29.)
2:2: Manuel Stöger (41.)
3:2: Manuel Stöger (63.)
3:3: Daniel Meuthen (68.)
4:3: Manuel Stöger (73.)
5:3: Patrick Tringler (90+3.)

WFV-Spielbericht

 

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