Bittere Niederlage nach heroischem Kampf zu zehnt

Es gibt Tage, die kann man einfach in den Mistkübel hauen. Der 12. März 2018 wird als solcher in die Geschichte eingehen. Über sechzig Minuten in Unterzahl, dennoch die tonangebende Mannschaft und am Ende mit leeren Händen dastehend. Jap. Ein Scheiß-Tag.

Der Beginn war schon mal wenig vielversprechend. Die Gäste aus Leopoldau gingen engagierter und kompromissloser zu Werke. Es ist immer das gleiche Spiel: In der Kabine wird geredet, dass der Gegner robust agieren wird. Alle nehmen sich vor, „dagegenhalten“ zu wollen. Und dann am Feld: Blankes entsetzen darüber, dass der Gegner körperbetont spielt.

Der Schock in Form eines Doppelpacks
Nach 13 Minuten dann der große Schock und das 0:1 für die Gäste. Dabei agierten wir wenig souverän, brachten den Ball nicht weg, störten nicht bei der Flanke, mieden den Luftzweikampf im Zentrum. Leichtes Spiel für Markus Killer bei seinem ersten Saisontor. Das Tor hatte dennoch einen positiven Effekt auf unser Spiel, das nun schön langsam jenem einer Fußballmannschaft glich. Endlich war Bewegung drin, endlich gelang auch Spielerisches.

Doch die Freude währte nicht lange. In Minute 25 bekommt die Nummer 11 der Gäste, Drazen Vidovic, den Ball überaus hart ans Bein geschossen, doch irgendwie schafft es der gegnerische Stürmer sich die Haut ideal mitzunehmen und überlupft den herauseilenden Billy. Zugegeben: Schön gemacht. Aber… Ach was soll’s, war einfach ein Scheiß-Tag für uns.

Wieder frühzeitig in Unterzahl gegen Leopoldau
Danach wiederholte sich die Geschichte vom Hinspiel: Kurz vor der Pause gerieten wir durch einen Ausschluss in Unterzahl. Philipp H senste seinen Gegenspieler von hinten um – auch wenn der Kontakt minimalst war und das Lamentieren des Gegners in die Kategorie „Schauspielkurs für Laiendarsteller“ fällt, ein wohl nicht ganz unberechtigter Platzverweis.

0:2 Rückstand. Unterzahl. Dennoch siegesgewiss.
Erfreulich dafür die folgende Viertelstunde in der Kabine. Keine hängenden Köpfe, dafür pure Gewissheit das Spiel allen Umständen zum Trotz noch gewinnen zu können. Große Arbeit im Mentalbereich der Coaches und des Kapitäns, der den Glauben an ein Fußballwunder in den Spielerköpfen einpflanzte. Gut möglich, dass manch einer in der Kabine beim Wort „Wunder“ sofort an den Hamburger Sportverein dachte und ihm selbiges wünscht für die nächsten Wochen.

Beeindruckend beschissen
Entsprechend war die Reaktion am Feld. Mit einem Mann weniger drückten wir voll aufs Tempo. Beeindruckend. Wir kamen zu Chancen, doch der Ball wollte nicht in den Kasten des Gegners – wo sich übrigens ein neuer Keeper befand, Inter war also am Transfermarkt aktiv. Glück hatten wir in dieser Phase des Spiels aber auch, als Inter bei einem Konter nur die Stange traf. Nachdem wir selbst weiterhin keine der zahlreichen Tormöglichkeiten verwerteten, kam mit dem 0:3 in der 70. Minute der vermeintliche Todesstoß. Dem Tor war eine kollektive Schlafeinheit vorausgegangen. Beschissen.

Das Tor mobilisierte aber erneut die letzten Kräfte in den 10 Spielern am Feld, zu denen sich mittlerweile auch Thomas und Peter (für Etienne und Joe) gesellten. Nur wenige Augenblicke nach dem 0:3 sollte Mario Ivanov mit einem Traumtor den Startschuss zu einer an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase einleiten. Der Ersatz-Kapitän (Schleife von Joe übernommen) drückte nach einem Abpraller aus rund 25 Metern ab und versenkte die Frucht unhaltbar und wahnsinnig geil im Kreuzeck. Das Tor erinnerte auffällig an die Granate von Tottenhams Wanyama gegen Liverpool: LINK. Wirklich, ein Weltklasse-Tor.

Weiter, weiter, immer weiter
Danach kam der Kahn-Spirit: weiter, weiter, immer weiter. Rollende Angriffe nun auf das Inter-Tor. Und tatsächlich, der Anschlusstreffer! Minute 80, Michi bricht durch, alleine vorm Keeper – und 2:3! Yes, yes, yes! Jetzt ging die Post ab. Inter, sorry für den Ausdruck, kackte sich jetzt an, eine 3:0-Führung doch noch aus der Hand zu geben. Wie Butter glitten unsere Offensiven nun durch die Abwehrreihen und fanden einige Abschlüsse vor. Michi bolzte den Ball mit Höchstspeed an die Kreuzeck-Latte und Thomas hatte in der Schlussminute auch noch den Ausgleich auf dem Köpfchen. Doch es half nichts. Ein unglücklicher Scheißtag endete mit einer Niederlage gegen Inter Leopoldau. Jetzt heißt es schnell: Aufstehen, Mund abwischen und am kommenden Samstag beim Clasico Südtirol so richtig den Arsch versohlen.
SC Cover-Direct vs Inter Leopoldau 2:3 (0:2)
Gruam

Torfolge:
0:1: Markus Killer (13.)
0:2: Drazen Vidovic (25.)
0:3: Daniel Schwinghammer (70.)
1:3: Mario Ivanov (72.)
2:3: Michael Sauer (80.)

Aufstellung SCCD:
T             Daniel Bielowski
03           Tim Baumann
04           Tobias Steinbach
06           Johannes Pawlowski (K) (70. Thomas Heimer)
08           Philipp Havlik
09           Michael Sauer
10           Caspar Ibel
11           Daniel Meuthen
12           Etienne Kästner (61. Peter Sniesko)
13           Felix Karus
23           Mario Ivanov

WFV-Spielbericht.

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