Das beste torlose Unentschieden der DSG-Geschichte!

Ein Spitzenspiel wurde angekündigt, ein Spitzenspiel wurde es: Höchstes Niveau beim DSG-Kracher zwischen Cover-Direct und Inter Leopoldau. Am Ende fehlten nur die Tore und drei Punkte für die Heimmannschaft. Zumindest aus unserer Sicht.

Der Meister aus Leopoldau war super in die Saison gestartet und legte fantastisch los in Richtung Titelverteidigung: In Runde 1 wurde Mitfavorit AFC Hietzing mit 3:1 in die Schranken gewiesen und am 2. Spieltag folgten sieben Treffer gegen Monfalcone – am Ende hieß es 7:3. Wir waren also gewarnt und wussten, dass wir gegen das körperlich starke Inter nur bestehen können, wenn wir voll dagegenhalten.

Das wussten natürlich auch unsere beiden Trainer und schworen uns mit einer feurigen Rede auf die kommenden 90 Minuten ein. Es fruchtete. Wie die Berserker pressten wir die favorisierten Leopoldauer an und ließen den Gegner nicht ins Spiel kommen. Die Taktik war bereits am 1. Spieltag gegen die Lions von Erfolg geprägt und sollte uns auch gegen die in Blau-Weiß angetretenen Leopoldauer ein spielerisches Übergewicht einbringen.

Erste Chancen führten noch nicht zum Erfolg und nach einer ersten Druckphase konnten sich auch die Gäste ab und an befreien. Endstation war aber spätestens bei unserer Verteidigung, die trotz massiver Umstellungen eine absolute Wahnsinnspartie bot. Über die gesamte Spielzeit kam der Meister, nicht ganz in Bestbesetzung angereist, eigentlich nur zu einer wirklichen Chance.

Im ersten Durchgang fanden wir eine Vielzahl an guten Möglichkeiten vor, mit etwas mehr Glück im Abschluss hätten wir früh eine Vorentscheidung herbeiführen können. Die größte Chance wurde in Minute 24 von Phil vergeben – aus ca. 11 Metern schloss er alleinstehend vor Keeper Bock eigentlich ganz gut ab, doch der Gäste-Tormann parierte sensationell.

Dodo, der zuvor ebenfalls schon die Führung auf dem Fuß hatte, musste dann verletzt vom Feld. Der ihn ersetzende Caspar hätte beinahe mit seiner ersten DSG-Ballberührung einen Treffer erzielt, doch erneut rettete Bock für die phasenweise mit unserem Pressing überforderten Leopoldauer. Halbzeitpfiff – am dritten Spieltag gehen wir zum dritten Mal mit einem Remis in die Pause.

Nach Wiederbeginn das gewohnte Bild: Wir pressen gut an, lassen den Gegner nicht ins Spiel kommen, erarbeiten uns Chancen und machen einfach die Hütte nicht. Immerhin konnten wir durch unser druckvolles und aggressives (jedoch stets faires!) Spiel die Leopoldauer etwas frusten, nicht anders sind die zunehmend ruppiger werdenden Attacken nach etwa einer Stunde zu erklären. Höhepunkt ein klassisches Beinbrecher-Foul von Mathias Ottersböck, der vom Schiedsrichter absolut zurecht vom Platz gestellt wurde. Immer wieder Ziel der Attacken: Jeremy Rome. Der groß aufspielende Spielgestalter war, wenn überhaupt, nur durch Fouls vom Ball zu trennen. Böse Zungen behaupten, er würde durch seine Spielweise derartige Fouls provozieren. Andere empfinden nur tiefste Bewunderung für diese Eleganz, mit der er sich über den Rasen bewegt.

Durch die zahlreichen Fouls eröffneten sich einige Standards für uns, die im Großen und Ganzen aber eigentlich ungefährlich blieben. Hier haben wir dringenden Handlungsbedarf, denn mit einer derartigen Harmlosigkeit beim ruhenden Ball, können wir nach einem Foulspiel gleich dem Gegner den Ball zuschieben. Das wäre vielleicht sogar gefährlicher. Aus dem Spiel hingegen entwickelten wir erneut einen guten Zug zum Tor: Doch unter anderem Phil, Caspar, Chri und Jerry scheiterten im Abschluss.

So ging es in die Schlussphase, in der wir dann doch nochmal das Glück auf unserer Seite hatten: 20 Minuten vor dem Ende stand Billy nach dem einzigen, gefährlichen Leopoldauer Angriff goldrichtig und fischte den Ball von der Linie. Es wäre typisch gewesen, wenn wir hier in Rückstand geraten wären.

Es wäre noch genügend Zeit geblieben, um vorne alles klar zu machen, doch schwanden jetzt auch bei uns die Kräfte. Der letzte Punch fehlte und Leopoldau ist keine Mannschaft, der man einfach mal so locker eine Hütte einschenkt. So fand ein hochklassiges DSG-Spiel sein Ende und es blieb beim torlosen Remis. Trotz fehlender Tore eine starke Partie, vielleicht das beste 0:0 der DSG-Geschichte!

Fazit: Wir haben gegen die bisher zwei stärksten Offensiv-Mannschaften gespielt (Leopoldau: 10 Tore; Lions: 9 Tore) und sind dennoch die Mannschaft mit den wenigsten Gegentreffern. Nämlich zwei. Unsere Defensive ist also bereits in meisterlicher Verfassung. Dazu eine kleine Statistik: Das letzte Mal ohne Treffer blieb Leopoldau in der Liga am 09.05.2015: Damals verloren sie mit 3:0 gegen die Vienna Internationals! Seither hat der amtierende Meister in 27 Meisterschaftspartien immer zumindest einen Treffer erzielt! Eine großartige Serie, die wir somit für beendet erklären. Vorne fehlte simpel etwas Glück, an guten Tagen steht es nach 25 Minuten vielleicht schon 3:0 und die Sache ist gegessen. Sonderlob gebührt unseren Trainern, die in der kurzen Vorbereitungszeit eine echte Spitzenmannschaft geformt haben und dem gesamten Verein neues Leben eingehaucht haben. Auch die taktischen Anweisungen vor und während (!) dem Spiel sind einfach klasse – weiter so! Am kommenden Sonntag folgt bereits die nächste Härteprobe: Es wartet das Kleinfeld-Gastspiel bei Monfalcone.

SC Cover-Direct – Inter Leopoldau 0:0
Gruam
SCCD spielte mit:
Bielowski; Spinka (Ivanov, 76.), Leutgöb, Heimer, Kasmannhuber; Pawlowski, Rome; Salas Campos, Havlik (88., Ludescher), Brandstetter (Groiss, 61.); Brouczek (Ibel, 36.).
Unsere Besten: Spinka, Leutgöb, Rome

Kommentar schreiben