Ein hartes Stück Arbeit wird mit 3:2-Heimsieg belohnt

Zunächst passte viel, dann immer weniger. So lässt sich das Spiel gegen die Wiener Virtuosen knapp zusammenfassen. Am Ende des Spiels, das wir durch eigene Fahrlässigkeit unnötig spannend machten, reichte es dennoch zu einem knappen Heimsieg.

Das Match nach einem Spitzenspiel ist bei uns traditionell eine unangenehme Angelegenheit. Zu unkonzentriert, zu lässig, zu schwach oftmals das Auftreten. Diesmal passte aber die Einstellung von Beginn weg, erstaunlich auch, dass trotz Zeitumstellung am Wochenende alle (mehr oder weniger) pünktlich zum Treffpunkt erschienen – auch das zeugt vom motivierten Spirit, der in der Mannschaft steckt. Energisch gingen wir von Beginn weg ans Werk, raubten den Virtuosen mit einer defensiveren und dennoch engagierten Spielweise die Nerven.

Auch die Chancen in der Offensive ließen nicht lange auf sich warten und brachten gleich Zählbares: Topscorer Meuthen wurde von Oli „Lucio“ Krüger nach einem traumhaften Solo bedient und schob unaufgeregt zum 1:0 ein. Tor Nummer 2 sollte nicht lange auf sich warten lassen. Erneut war es Meuthen, der mit Saisontreffer sieben den Zwei-Tore-Vorsprung herstellte. Diesmal legte Ibel, der noch immer an den Klassenerhalt des HSV glaubt, ideal auf und unser Coach musste nur noch danke sagen. Es war ein schöner Beginn im Monday Night Game.

Anstatt nun weiter Druck zu machen und die Entscheidung mit dem dritten Tor zu suchen, ließen wir uns eher einlullen. Nicht wir spielten nun mit breiter Brust und dominierten das Spiel, nein, es waren die Virtuosen, die immer besser ins Spiel kamen. Von Minute zu Minute schlief unser Spiel ein, der Zuschauer sollte in der Post-Spiel-Analyse von „Angsthasenfußball“ sprechen. Logische Folge: Der Anschlusstreffer zum 2:1 aus einem Kopfball nach Freistoß, wo vieles nicht stimmte. Überflüssig zu erwähnen, dass diese gesamte Situation vollkommen unnötig war. Egal, Halbzeit, durchatmen.

Die 15 Minuten Ruhepause waren wie ein Segen für uns: Neuer Elan mit Wiederbeginn war angesagt. Vorne sorgten vor allem Ibel und Meuthen über 90 für Wind, absolivierten eine sensationelle Partie und waren für die gegnerische Abwehr ständiger Gefahrenherd. Der Mann des Abends spielte allerdings eine Ebene dahinter: Capitano Joe Pawlowski war wie zu besten Tagen überall zu finden und stabilisierte fast im Alleingang die Zentrale. Sein Highlight dann in Minute 55: Im One-Man-Pressing übte er massiven Druck auf die virtuos’sche Defensive aus, eroberte den Ball und nahm alleine Kurs auf den Gäste-Keeper. Den verhaftete er auch noch gekonnt und rollte zum 3:1 ein. Feine Hütte! Man glaubt es kaum, es war der Saison-Premieren-Treffer für den einstigen Bomber: Seinen Topwert erreichte er in der Saison 2008/09 mit 16 Treffern, im Vorjahr gelangen ihm trotz langer Verletzungspause (nur 13 Liga-Spiele) immerhin acht Tore.

Das Spiel fing in der Folge an, ein wenig vor sich hinzuplätschern wie ein niederländischer Gebirgsbach. Wir setzten nur punktuell Akzente, hatten aber sehr gute Möglichkeiten auf ein weiteres Tor – Ibel hatte u.a. bei einem Lattenschuss Pech. Man muss aber auch sagen: Im Großen und Ganzen kam da nach dem 3:1 zu wenig. Hier müssen wir einfach noch mehr Druck entwickeln und die Entscheidung suchen. Wenn wir das 4:1 machen, ist der Käse gebissen und die Virtuosen finden nicht mehr ins Spiel.

Das schaffte das weiße Ballett aber dann doch noch. Wenn auch auf kuriose Art und Weise: Langer Ball in unseren Strafraum und eine kurze Abwehr unseres Innenverteidigers Kasmannhuber, der von einem Gegenspieler in Abseitsposition bedrängt wird, was der Linienrichter auch anzeigte. Dem Main-Referee waren diese Abseitsstellung und der Hinweis seines Assistenten allerdings egal, kein Pfiff, ein Schuss und das 3:2. Eine folgenschwere Fehlentscheidung für uns, alle weiteren Kommentare ersparen wir uns lieber, denn „wir möchten (…) keine (…) Strafen erhalten und werden uns in Zukunft daher unserer Meinung über Schiedsrichter enthalten.“

Auch wir ließen uns zu Fehlern hinreißen, denn nun war bei uns der Faden gerissen. Das Zentrum kam überhaupt nicht mehr in die Zweikämpfe und in uns stieg die Angst, doch noch den Ausgleich zu kassieren. Irgendwie retteten wir uns aber über die Zeit und erwackelten uns im fünften Heimspiel den vierten Sieg.

Fazit: So schlecht war das mannschaftlich eigentlich gar nicht. Von Beginn weg war klar, dass wir früher oder später in Führung gehen würden. Ärgerlich, dass wir nicht mehr Druck nach dem 2:0 aufbauten um die Entscheidung zu suchen – vielleicht wäre ein verstärktes Pressing hier doch ein probateres Mittel gewesen. Sei es wie es sei, am kommenden Samstag (19.30) kommt es nun zum absoluten Kracher: Westside, weiterhin tadelloser Tabellenführer, bittet uns als ersten Verfolger zum Tanz in die Vösendorfer Arena – das wird ein Fußballfest!
Die Virtuosen hingegen rutschen mit der dritten Niederlage en Suite auf einen Abstiegsplatz und am kommenden Spieltag empfangen sie Elite zum Kellerduell. Verlieren verboten heißt es also auch für eine der sympathischsten Mannschaften der Liga (eine Spieler-Ausnahme bestätigt stets die Regel), denn der Abstiegskampf wird wohl eine ganz enge Kiste heuer, wie der Blick auf die Tabelle verrät.

 

DSG-LIGA 2016/17 | 8. Runde | 31.10.16

SC Cover-Direct vs. Wiener Virtuosen 3:2 (2:1)
Gruam

SCCD spielte mit: Bielowski; Salas Campos (55., Havlik), Kasmannhuber, Krüger, Spinka (75., Seidl); Ivanov; Baumann (67., Brandstetter), Groiss, Pawlowski, Meuthen; Ibel.

Unsere Besten: Ibel, Pawlowski, Meuthen

Torfolge:
1:0: Daniel Meuthen (7.)
2:0: Daniel Meuthen (16.)
2:1: Andreas Arnold (40.)
3:1: Johannes Pawlowski (55.)
3:2: Benedikt Gruböck (72.)

WFV-Spielbericht

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