“Ein Sieg, der nie in Gefahr war.”

Wölfe spielen sich in eindrucksloser Manier ins Halbfinale und treffen dort auf Torpedo.

“Fellas” drehen von Beginn weg auf

Eine Partie, in der sich unsere Mannschaft so viel vorgenommen hatte, begann denkbar schlecht. Die ersten beiden “Runden” fanden ihren Weg ins Eckige und sorgten für Katerstimmung. Nach bereits 5 Minuten schlug “ein Schuss, wie am Schnürchen gezogen” (Originalkommentar von Fifa 2001, der sich bis heute gehalten hat) im rechten unteren Eck ein. Mike ter Stegen hatte zwar die Finger noch dran, konnte aber gegen das Schicksal, das den Ball von der Stange zurück an seinen Rücken und dann ins Tor lenkte, nichts machen. Ebenso wenig beim zweiten Tor, als wir in der Zentrale den Zugriff verloren und der Ball erneut im rechten Eck, diesmal oben, einschlug. Doch hier war die Flugeinlage unseres Keepers, der vor der Partie noch auf Wärmepflaster im Wert des halben Kaders der Internationals zurückgriff, schöner als das Tor selbst. Nani Meuthen berichtete im Nachhinein, dass er in diesem Moment dachte, dass unsere Hoffnungen endgültig begraben seien. Doch dann kam Joe Hargreaves, immer wieder Joe Hargreaves. Dieser verkürzte auf 1:2 und brachte wieder Leben in die bis dahin schlecht aufspielenden Favoriten. Ole Gunnar Ivanoev, seines Zeichens Kapitän und immer wieder vor Spielen darauf hinweisend, dass Erik Lamela Mitspieler und Schiedsrichter nicht kritisieren solle, geriet noch kurz vor die Pause nach einer nach Tätlichkeit riechenden Situation mit Mitspielern und Schiedsrichter zusammen und durfte ordnungsgemäß im Nachhinein Dressen waschen.

 

Joe, Danny, Magic Mike und der doppelte Dodo

Die zweite Halbzeit begann für unser Team viel besser. Mehr Präsenz, mehr Aggressivität und gestiegene spielerische Qualität führten zum verdienten 2:2. Joe “Jollo” Hargreaves netzte aus abseitsverdächtiger Position, doch seit Jänner 2019 gibt es bei allen Spielen auf der Marswiese den VAR und so entschied dieser kurzerhand auf reguläres Tor. Der Linienrichter tat dies mit einem Lächeln ab. So soll es Auseinandersetzungen in der Schiedsrichterkabine im Nachhinein gegeben haben (näheres dazu in unserer Sonntagsausgabe), Untersuchungen der Schiedsrichterkommission folgen.

Zurück zum Spiel – SCCD spielte jetzt befreiter auf, doch vielleicht etwas zu befreit. Tobi Maguire setzte kurz vor dem eigenen 16er zum Dribbling an und leitete das 2:3 ein. Dies führte dazu, dass Joe Hargreaves einen Handschuh auszog und diesen wutentbrannt auf den Boden warf. “Ich hätte bei Manchester United bleiben sollen! Bei denen kassiere ich nicht nur Pleiten, sondern auch Millionen,” so der Ex-Freund von Thomas Strunz. Doch was Manchester United nicht kann, kann unsere Mannschaft – nämlich Spiele drehen. Doch bevor dies geschah, sorgte unser zurückgekehrter Goalie Mike ter Stegen für das Highlight der Partie. Er setzte seelenruhig zum Dribbling an und als er erkannte, dass es weder links noch rechts vorbeiging, lag die Lösung auf der Hand – “Ich habe gesehen, dass beide Seiten zu sind, und war mir klar – jetzt muss der Panna her. Als dieser auch schiefging bin ich mit beiden Gestreckten hinein und habe auf das Beste gehofft. Nervös wurde ich nie.”

Musste er auch nicht, denn ein verwandelter Elfer von Nani Meuthen und Pierre Emerick Dodomeyang, der den Doppelpass mit dem einrutschenden Verteidiger spielte, bevor er per Kopf abschloss, sorgten für den 4:3 Endstand. Gareth Groiss, einer der diese Situationen aus etlichen Finali gewohnt ist, brachte es auf den Punkt: “Ein Sieg, der nie in Gefahr war.”

 

DSG Cup, Viertelfinale, 23.4.2019
Vienna Internationals vs SC Cover-Direct 3:4 (2:1)
Marswiese

 

Torfolge:
1:0: Samuel Jackson (3.)
2:0: Omoede Ademuwagun (13.)
2:1: Johannes Pawlowski (42.)
2:2: Johannes Pawlowski (68.)
3:2: Ronan Smith (76.)
3:3: Daniel Meuthen (Strafst., 83.)
3:4: Dominik Brouczek (85.)

 

SCCD spielte mit:
T          Michael Ludescher
04        Tobias Steinbach
06        Johannes Pawlowski
08        Philipp Havlik (60.: Peter Sniesko)
10        Dominik Brouczek
11        Daniel Meuthen
12        Harmen Vuijk
13        Erik Muckenschnabel
14        Stefan Kasmannhuber
15        Florian Groiss (60.: Thomas Heimer)
23        Mario Ivanov (K) (89.: Martin Seidl)

 

WFV-Spielbericht

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