Erneut gewonnen und ohne Gegentor geblieben: 3:0 beim amtierenden Meister!

Inter Leopoldau war der erwartet schwere Gegner und bot uns einen intensiven Fight bis zum Abpfiff. Am Ende gab es einen 3:0-Sieg für uns – Keeper Billy ist nun bereits seit 413 Minuten ohne Gegentor in einem Pflichtspiel. Sensationell!

Erstmals traten wir am Nord-Wien Platz auf Kunstrasen an. Das Regenwetter des Wochenendes ließ leider kein Spiel auf dem herrlichen Naturgrün zu. Aber es entwickelte sich auch auf Kunstgrün ein recht ansehnlicher Kick. Inter wie gewohnt mit einer physisch enorm robusten Mannschaft, während bei uns eher die Abteilung Filigrantechniker zauberte. Eine enorme Weiterentwicklung haben wir in puncto Spielaufbau gemacht: Während noch vor einigen Monaten jeder Spieler panisch versuchte den Ball möglichst schnell wieder loszuwerden, hat nun die gesamte Mannschaft die nötige Gelassenheit, um den Ball zu stoppen, einen Mitspieler zu suchen und diesem die Haut in den Fuß zu spielen. Klingt einfach, ist es aber oft nicht.

Geschmeidiges Zentrum
So zeigten wir unser neues Selbstverständnis in Minute 20, als Mario und Jeremy sich geschmeidig durch das Mittelfeld doppelpassten, ehe Ivanov einen feinen Lob auf Caspar aus dem Fußgelenk schüttelte. Der bleibt relativ gelassen und macht eiskalt das 1:0. Die verdiente Führung – auch wenn wir bis dahin kaum Chancen hatten, so dominierten wir doch das Geschehen. Coach Danny wird später von „einer klaren Führung ohne Chancenwucher“ sprechen.

Inter ließ sich von diesem Gegentor naturgemäß nicht beeindrucken, kam jetzt stärker und gefährlicher vor unsere Hütte. Bei einem Lattenschuss hatten wir Glück. Sonst ließ unsere Defensive aber nicht viel zu. Seit 413 Minuten sind wir nun in Pflichtspielen ohne Gegentreffer – eine beeindruckende Serie, wir haben nicht nur im Spiel nach vorne weitere Entwicklungsschritte gemacht.

Vor der Pause die Vorentscheidung
In den letzten zehn Minuten vor dem Halbzeit-Tee drehte dann der für den verletzten Paul eingewechselte Oli voll auf. In der 34. Minute tankte er sich über rechts durch und servierte Caspar den Ball ideal. Dieser bedankte sich artig mit dem 2:0. Und kurz vor der Pause dann ein weiterer Genickschlag für die Hausherren: Oli nimmt sich ein Herz und schließt nach einem standesgemäßen Dribbling aus rund 20 Metern ab. 3:0. Hammer.

Weiter Schwierigkeiten in der Kabine
Es folgte die viertelstündige Pause zum Durchatmen. In der Kabine 7 zeigten sich dann wieder leichte Kommunikationsprobleme zwischen Trainer und Mannschaft. Die Anweisung „Bringt euch hinten nicht immer so in die Bredouille“, wurde von aufmerksamen Zuhörern mit „Wer wird eingewechselt? Haben wir einen neuen Franzosen?“ kommentiert. Naja, auch wenn man einen Lauf hat, kann nicht alles zu hundert Prozent funktionieren.

Halbzeit zwei und ausgelassene Chancen
Der zweite Durchgang sah Gastgeber, die das Ruder unbedingt nochmal herumreißen wollten. Spielerisch ging gegen unseren starken Defensivverbund an diesem lauen Frühlingsabend aber wenig, so mussten Standards her. Diese kamen mit unangenehmer Regelmäßigkeit ziemlich gefährlich in unsere Gefahrenzone. Zählbares wollte dem amtierenden Meister aber nicht gelingen.

Etwas abwartender agierend, ergaben sich in den zweiten 45 Minuten für uns zahlreiche Kontermöglichkeiten. Eigentlich die gesamte Offensivabteilung hätte sich nochmals in die Torschützenliste eintragen können, doch fehlte im Abschluss oft das nötige Glück – vielleicht war es aber auch die Konzentration, die mit Fortdauer des Spiels und dem sich immer mehr abzeichnenden Sieges nachließ. So blieb es nach 90 Minuten einfach beim 3:0, das nehmen wir gerne mit.

Was dieser Sieg bedeutet, zeigt ein kleiner Ausflug in die Statistik-Ecke: Es war nicht nur Leopoldaus erste Heimniederlage in dieser Saison, sondern das erste verlorene Meisterschafts-Heimspiel für Inter seit dem 7. Juni 2015, damals gab es in der letzten Runde ein 2:6 gegen Hietzing.

Fazit: Wir sind auf einem guten Weg. Nicht mehr, nicht weniger. Die Meister-Gratulationen der Leopoldauer sind zwar nett gemeint, aber viel zu verfrüht. Südtirol lauert nur vier Punkte hinter uns und der Clasico steht noch an. Dazu wartet mit Monfalcone ein starker Gegner gleich in der nächsten Runde, der soeben Hietzing geschlagen hat. Es kann noch zu viel passieren, ein Ausruhen ist brandgefährlich und kann uns in Windeseile vom Thron fliegen lassen.

 

DSG-Liga | 14. Runde | 20.3.2017
Inter Leopoldau : SC Cover-Direct  0:3 (0:3)
Nord Wien-Platz

SCCD spielte mit: Bielowski; Salas Campos, Heimer, Kasmannhuber, Spinka (17., Krüger); Rome, Pawlowski (64., Havlik), Ivanov; Groiss (64., Brouczek), Ibel, Baumann.

Torfolge:
0:1: Caspar Ibel (20.)
0:2: Caspar Ibel (34.)
0:3: Oliver Krüger (44.)

WFV-Spielbericht

PS: Die beliebte Kategorie „die Besten“ wird derzeit aus gutem Grund ausgesetzt. Es spielen alle auf derart hohem Niveau, dass ein Herausheben von nur drei Akteuren sinnlos erscheint.

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