Finale! Happel wir kommen! Aber…

Wir haben es geschafft, uns den Traum erfüllt: WE ARE GOING TO HAPPEL! Mit einem glücklichen 2:1 bei SV Ebu Hanife wursteln wir uns ins Endspiel („Dusel-Cover“). Dort kommt es nun zum Duell der Wölfe: Die Wolf Park Rangers bitten zum heißen Geheul. Die Vorfreude ist natürlich da, aber der Jubel ist schaumgebremst: Mit Oli und Joe müssen zwei Teamstützen aufgrund ihrer zweiten gelben Karte zuschauen. Beschissen. Wirklich.

Aber zum Spiel. Das Match begann gleich ohne Abwarten sofort auf 180. Capitano Joe hatte die Führung auf dem Kopf, wurde aber von der Stange daran gehindert. Obwohl Hanife leicht Oberhand hatte, kamen wir bereits nach sechs Minuten zur Führung: Oli hat in der Zentrale den Ball und schupft die Frucht genüsslich auf Dähny. Der lässt sich nicht lang bitten und straft alle Kritiker Lügen. Der Junge ist eiskalt vor dem Tor. Sechs Tore aus den letzten sechs Spielen sprechen Bände. Dazu erneut ein unfassbar wichtiges Tor im Cup. What a man, what a man, what a man, what a mighty good man.

Hausherren richtig stark
Die Gastgeber des SV Ebu Hanife erwiesen sich als der zu erwartend schwere Brocken. Physisch brutal stark, spielerisch auch gut und im Zentrum fantastisch gestaffelt. Da die Lauser noch dazu frech anpressten, konnten wir unser Spiel überhaupt nicht aufziehen. Angetrieben durch Support von der Tribüne und gratis Sultan-Cola, dass es zu diesem besonderen Anlass als Freigetränk gab, liefen die Gastgeber zur Höchstform auf. Leider kamen wir nicht zum Probieren des Freigetränks, waren viel zu sehr damit beschäftigt nicht den Ausgleich zu kassieren.

Die Gastgeber blieben über die gesamte erste Halbzeit am Drücker und wir fanden uns offenbar irgendwann damit ab, nicht ins Spiel zu kommen. Nicht anders ist es zu erklären, dass wir dem Gegner die Bälle mustergültig zuspielten. Es wirkte, als würden wir uns freimütig ergeben.

Große Chancen – keine Tore
Die ganz großen Chancen konnte unser Kontrahent allerdings lediglich nach ruhenden Bällen kreieren. Die hatten es dafür in sich. Der Ausgleich blieb uns glücklicherweise erspart, hingegen hätten wir auch das 2:0 machen können: Oli ließ einen seiner bekannten „ich scheiß mir jetzt nichts und wumms den Keeper mal ordentlich aus der Hütte“-Schüsse los und Dähny scheiterte mit viel Pech nur knapp. Mit einer 1:0-Führung ging es in die Pause. Eine Steigerung musste her.

Gleiches Lied nach Seitenwechsel
Tja, die gab es dann erstmal nicht. Nervös und unsicher gelang uns einfach kein geordneter Spielaufbau. Wenigstens hatten wir uns auf die langen Bälle des Gegners eingestellt, sodass hier auch kaum Gefahr entstand. Viel Kampf, viel Krampf, so kann man Durchgang zwei auf den Punkt bringen.

Ruhender Ball Vol. 1
Nicht unverdient kamen die Gastgeber dann zum Ausgleich: Nach einem unnötigen Foul trat Hasan Suljic zum Freistoß an und versenkte die Haut aus rund 40 Metern in unserem Kasten. Michi sah dabei nicht unbedingt gut aus, aber man muss zu seiner Verteidigung einige Punkte hier nennen: Der Freistoß war sehr gut getreten, war schwierig zu berechnen und noch dazu ist das Flutlicht in der Deniz Arena eine Katastrophe. Wir sind also weit weg von einem „Ei“ oder Torwartfehler. Dazu passend ein Zitat von Tim B. aus Minute 24: „Mario nimm mich vom Feld. Ich kann bei diesem Licht nichts sehen. Ich sehe einfach nichts.“ Tja, wenn der Junge blind schon so gut spielt, was muss das bei Tageslicht für eine Granate sein!? Thema Granate: Auch Michi „Gigi“ Ludescher mit einer außerordentlich starken Partie!

A Studierter
Nach dem Ausgleich durfte dann Dähny eine weitere Feldbeobachtung für sein bald erscheinendes Buch Die Psychologie des Fußballs notieren: Anstatt den Schwung und das Momentum mitzunehmen und weiter zu drücken, kam von Hanife dann gar nichts mehr. Immer wieder schön zu beobachten, dass Fußball zu einem gewichtigen Teil Kopfsache ist. Und wir freuen uns bereits auf einen Gastbeitrag von Dipl. Psych Dähny Meuthen zum Thema Kopf oder Herz. Wie du dich beim Bolzen aus der Bredouille befreist, der in Kürze hier erscheinen wird.

Es schlug die Stunde von Captain-Joey, der sich nun todesmutig in die Zweikämpfe warf. Auch der Rest des Teams zeigte jetzt große Moral: In so einer Situation den Ausgleich zu kassieren, kann Teams auch brechen. Wir hielten jedoch dagegen, ließen uns den Happel-Traum nicht einfach so nehmen.

Ruhender Ball Vol. 2
Und der verdiente Lohn sollte in der 87. Minute folgen: Alles nahm seinen Lauf nach einem clever herausgeholten Freistoß. Es folgte die Flanke. Kopfballverlängerung. Kopfball. Tor. JA! Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! Tatsächlich, die Haut fand ihren Weg in das Netz! Der Harmen war‘s! DER HARMEN! Wie geil! Dieser geniale Typ – man konnte es kaum glauben! Ob glücklich oder nicht, war in diesem Moment wirklich mehr als primär. Es galt jetzt nur die letzten Minuten zu überleben… und das taten wir – irgendwie. Irgendwann in der 98. Minute hatte der Schiri ein Erbarmen mit uns und pfiff die Scheißpartie endlich ab. Wir haben es geschafft! Stehen im Endspiel um den DSG-Cup! Im Ernst Happel-Stadion! YES! YES! YES!

ABER…
Oh Mann ist das geil. Und auch beschissen. Wir haben als Team eine überragende Saison abgeliefert. Und krönen uns nach einem intensiven Fight und einem 2:1 bei SV Ebu Hanife mit dem Einzug ins Endspiel. Und doch schmerzt es brutal: Aufgrund zweier Gelbsperren werden wir nicht komplett sein. Es wird was fehlen. Zwei ganz wichtige Spieler, richtig geile Typen, werden wir nicht an Board haben. So sehr uns das Leid tut Jungs: Wir spielen nur für euch am 23. Mai und wir werden euch das Ding holen. Die verbliebenen Wölfe unseres Rudels werden alles daran setzen, dass ihr gebührend vertreten werdet! Gesperrte immer bei uns!

Fazit: Jetzt müssen alle ins Happel kommen! Das Spiel unseres Lebens wartet. Alle Freunde, Bekannte, Feinde und Verwandte, denen irgendwas an uns bzw. uns Spielern liegt: STREICHT EUCH DEN 23. MAI GANZ FETT AN UND PILGERT INS ERNST HAPPEL-STADION. UM 17:15 IST ANKICK GEGEN DIE WOLF PARK RANGERS. Das Duell der Wölfe findet seine Premiere also gleich im Praterstadion. Extrem genial!

DSG-Cup | Halbfinale | 10.5.2017
SV Ebu Hanife vs. SC Cover-Direct 1:2 ( 0:1)
Irgendwo im Zehnten

SCCD spielte mit: Ludescher; Groiss (55., Havlik), Heimer, Vuijk, Spinka (80., Salas Campos); Kasmannhuber, Pawlowski, Krüger (92., Brandstetter); Baumann (90., Kain), Meuthen, Ibel.

Torfolge:
0:1: Daniel Meuthen (6.)
1:1: Hasan Suljic (65.)
1:2: Harmen Vuijk (87.) –> Ja, echt. Kein Scheiß!

WFV-Spielbericht

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