SC COVER-DIRECT 3 - 2 Internationals
11 Sep 2017 - 20:00

Nach einer langen Sommerpause sollte sie endlich wieder losgehen: die DSG-Meisterschaft. Tummelplatz für Fußballer, Schiedsrichter und Fans aller Güteklassen. Den Erfolg aus 2017, als man sich die Krone dieses Bewerbs aufsetzen durfte, will der SC Cover-Direct in der Saison 2017 / 2018 wiederholen. Erster Schritt dazu sollte ein Sieg gegen die Vienna Internationals sein. Soweit der Plan.

Die Umsetzung desselbigen verlief nach Anpfiff der neuen Saison anfangs wenig erfolgreich. Mangelnde Aggressivität und wenig Lust prägten das Spiel des Meisters. Die Vienna Internationals wussten das mit britischem Fußball und der entsprechenden Aggressivität auszunutzen. Und so stand es bereits nach fünf Minuten 0:1. Ein Unnötiges Foul an der Mittellinie, ein langer Ball in unseren Sechzehner, Kopfballverlängerung Richtung langes Eck, Tor. So einfach kann Fußball sein.

Verpatzter Start
Spätestens als es knappe 10 Minuten später plötzlich 0:2 stand, sehnten wir uns nach einem Brexit aus dieser Situation. Ballverlust in der Mitte, langer Ball auf rechts, langer Ball in die Mitte über den machtlosen Ludescher, Kopfball aus kurzer Distanz, Tor. Ungläubige Gesichter bei uns, Jubel bei den VI’s, die uns richtiggehend die Schneid abkauften. Wir wussten nicht richtig zu reagieren und wie wir aus unserer eigentlich spielerischen Überlegenheit Kapital schlagen könnten. In der Offensive waren wir zu wenig zwingend und defensiv zweimal mit den Gedanken bei der am Tag darauf folgenden Meisterfeier im Rathaus.

Das Spiel ging dann bis Ende der ersten Halbzeit munter hin und her, ohne nennenswerte Höhepunkte. Welch Tummelplatz die DSG tatsächlich ist, erfuhren alle Anwesenden in den Minuten 38 bis 41 dieses Spiels. Chri Brandstetter bricht durch, läuft alleine auf das Tor zu und wird knapp 20 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse von hinten umgesenst. Alle wussten, wie in diesem Fall zu verfahren wäre. Was tatsächlich folgte, wird jedoch noch lange Gesprächsstoff bleiben.

Eigenwillige Auslegung des Regelbuches
Der Reihe nach: Der Schiedsrichter berät sich kurz mit seinem Linienrichter und greift folgerichtig in die Gesäßtasche, um die rote Karte zu zeigen. Er marschiert mit der roten Karte in der Hand zurück zum Ort des Geschehens – hat jedoch nicht genau gesehen, welcher Spieler die Notbremse gezogen hat. Niemand weiß es genau, niemand meldet sich freiwillig. Auch auf mehrmalige Nachfrage meldet sich der Übeltäter nicht, die Internationals mimen die Unschuldigen, der Kapitän ist plötzlich keiner Sprache mehr mächtig und die VI’s versuchen sich mit Verzögerungstaktik aus der Affäre zu ziehen. Wenn sich nur lange genug niemand findet und meldet – vielleicht vergisst der Schiedsrichter ja, dass er die rote Karte in der Hand hat und zeigen will. Es vergehen Minuten hitziger Diskussionen, doch der Schiedsrichter greift nicht durch.

Als nach 3 Minuten noch immer keine rote Karte gezeigt wurde, bespricht sich der Schiedsrichter erneut mit seinem Assistenten. Und kommt dann zurück, um die rote Karte gegen die gelbe Karte auszutauschen. Er nimmt die gelbe Karte und zeigt sie einem Verteidiger der Vienna Internationals, der sich plötzlich gefunden hatte, als er die Gnade des gelben Kartons sah. Und damit war die Sache für den Schiedsrichter erledigt. Die Empörung auf unserer Seite war natürlich enorm, niemand – auch Gegner und Beobachter – konnte fassen, was hier gerade passierte. Wir sahen rot. Zum Glück nur im übertragenen Sinn.

Mit Wut im Bauch in die Kabine
Der folgende Freistoß ging daneben, aber die Wut in unseren Köpfen und Beinen war zu spüren. Denn das 0:2 war nicht nur durch eine schwache Leistung von uns entstanden, sondern das weitere Spiel durch den Schiedsrichter verfälscht. [Anmerkung: So viel Wahrheit muss sein, selbst wenn wir Schiedsrichter nicht gerne kritisieren. Letztendlich sind sie keine Profischiedsrichter und dürfen wie wir auch Fehler machen. Jedoch gab es vom Schiedsrichter noch eine Kiste Bier zu gewinnen, wollte er doch tatsächlich wetten, dass es eine neue Fußballregel gibt, wonach eine Abseitsstellung nun auch in der eigenen Spielhälfte möglich ist. Diese wenig bekannte Novation diente dann auch gleich als Begründung für ein Zurückpfeifen von Sturmtank Brouczek bei einem Gegenstoß. Wir empfehlen dem DSG-Schiedsrichterkollegium, diesen Irrglauben im Zuge der nächsten Weiterbildung zu entkräftigen.]

Tolle Moral in Durchgang zwei
Einer Halbzeitansprache von Trainer Ivanov, die sich gründlich gewaschen hatte (die Ansprache, nicht Ivanov), folgte eine verrückte zweite Halbzeit. Niemand in unseren Reihen wollte akzeptieren, dass wir dieses Auftaktmatch verlieren. Und dementsprechend traten wir in Halbzeit 2 auch auf.

Plötzlich pressten wir geschlossen unsere Gegenspieler an, nahmen Zweikämpfe an und waren mit dem Kopf und den Beinen bei der Sache. Wir schonten weder uns noch Gegenspieler und opferten uns auf, um der Ungerechtigkeit der Welt ins Auge zu sehen. Endlich war allen klar: hier spielt der Meister 2017 und der erste Titelanwärter für 2018.

Wütendes Cover…
Joe Pawlowski gewann in der Folge gegen die britischen Hünen jedes Kopfball- und Ellbogenduell, Tormann Ludescher putzte 30 Meter vor dem eigenen Kasten mit Sliding Tackling aus, Ersatzkapitän Ivanov streckte auch mal ein Bein bei einem Tackling. Und mit Wechselpässen und über die schnellen Spitzen Brouczek/Krüger/Brandstetter brachen wir ein ums andere Mal durch die Abwehrreihen durch.

…machtlose Internationals
Der 1:2 Anschlusstreffer war die Belohnung für unsere Mühen. Oli Krüger drückte einen Kopfball nach Freistoß von links ins kurze Eck. Der erste Schritt war getan. Und schon kurz darauf stand es 2:2, als Viki Bauer endlich aus der zweiten Reihe hervortrat und wenige Momente nach seiner Einwechslung einen Querpass aus kurzer Distanz ins Tor bugsierte. Seine Einwürfe waren es auch, die noch zu weiteren Chancen führten. Zwei weitere Male konnte ein Ball auf der Linie geklärt werden.

Hinten standen wir relativ sicher – das Spiel stand jedoch zu diesem Zeitpunkt an der Kippe. Ein, zwei gefährliche Konter konnten wir rechtzeitig entschärfen. Man merkte, dass in unseren Reihen niemand mit einem Unentschieden zufrieden war, wir warfen fast alles nach vorne.

Der Sieg – verdienter Lohn für harte Arbeit
Unser Verteidigungsleithammel und Liebling aller Schiedsrichter Thomas Heimer bewies dann seinen Torriecher, sein vermeintliches 3:2 per Direktabnahme aus spitzem Winkel wurde wegen Abseits (wohl zu Recht) aber nicht gegeben. Besser machte es Dodo Brouczek. Er täuscht sowohl Mit- als auch Gegenspieler und entscheidet sich an der Seitenlinie für einen Direktschuss, den er absolut gekonnt als Flanke tarnt. Der Schuss fällt genau ins lange Eck und plötzlich steht es 3:2, die Gruam wird zu einem Tollhaus. Alle 5 Fans sind außer sich, während die vorher um Meldungen kaum verlegene Ersatzbank der Vienna Internationals verstummt. Mario Ivanov nimmt das zum Anlass, diskret auf diese Tatsache hinzuweisen und bekommt dafür zu Recht gelb. Den dafür fälligen Dressenwaschdienst darf er kommende Woche nachholen.

In den letzten Minuten passiert nur noch wenig und nach guten 90 Minuten war das Spiel, das zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten erlebte, vorbei. Der Jubel war trotzdem getrübt, denn Zufriedenheit sieht anders aus.

Fazit: Wir haben im Endeffekt den Kopf aus der Schlinge ziehen und einen Fehlstart in die neue Saison vermeiden können. Eine Leistungssteigerung muss aber dringend her, um gegen den Zweiten aus dem Vorjahr, Inter Leopoldau, bestehen zu können.

 

SC Cover-Direct : Vienna Internationals 3:2 (0:2)
Gruam

SCCD spielte mit: Ludescher; Spinka L. (HZ, Salas Campos), Vuijk, Heimer, Kasmannhuber (90., Baumann); Havlik, Ivanov, Pawlowski, Krüger; Brouczek Brandstetter (62., Bauer).

Torfolge:
0:1: Brian McGorrian (5.)
0:2: Ronan Smith (15.)
1:2: Oliver Krüger (54.)
2:2: Viktor Bauer (64.)
3:2: Dominik Brouczek (81.)

WFV-Spielbericht