Inter Leopoldau 0 - 2 SC COVER-DIRECT
18 Sep 2017 - 20:00

Was für ein Spiel bei Leopoldau! Selten hat eine Cover-Mannschaft derart stark auf Naturrasen gespielt und der verdiente Lohn war ein sensationeller 2:0-Sieg bei Inter Leopoldau. Erstmals seit über zwei Jahren verlor der Meister von 2016 damit wieder ein Heimspiel auf Naturgrün.

Schon mit Anpfiff nahm das von Coach-Ivanov top eingestellte Wolfsrudel das Zepter in die Hand. Kontrolliertes Passspiel, geordneter Spielaufbau – Cover wusste zu überzeugen. Vor allem das Mittelfeld fand sich im neuen Spielsystem hervorragend zurecht, die Spielidee der Trainer scheint zu wirken und macht uns für die Gegner nun noch unberechenbarer.

Gastgeber kontern
Auf der Gegenseite war Inter Leopoldau nicht in der Lage, das eigene Spiel in geordnete Bahnen zu lenken. Ungewohnt, agiert der Rekordmeister auf eigenem Platz doch meist dominanter. Das gesamte Spiel der Hausherren war auf Konter ausgelegt und Sascha Knopp, die bekannt schnelle Stoßspitze, sollte bei diesen Gegenstößen eine zentrale Rolle spielen.

Unsere Defensive war grundsätzlich darauf vorbereitet und wusste damit umzugehen, dennoch waren nach einer halben Stunde bereits beide Innenverteidiger mit Gelb vorbelastet. Eine schwierige Situation, auf die in der Halbzeit reagiert werden musste. Bis auf zwei, vielleicht drei Szenen stand unser Defensivverbund äußerst solide. Kam doch was auf den Kasten, war Billy stets zur Stelle. Auch der Keeper mit einer hervorragenden Leistung.

Zaghafte Torversuche
Während Inter bei schnellen Gegenstößen und einer Standardsituation nur mäßig gefährlich wurde, erspielten wir uns in Halbzeit eins durchaus brauchbare Chancen. Die offensive Achse Krüger-Brouczek-Brandstetter bekamen die Leopoldauer nur ganz schwer unter Kontrolle. Das Trio erinnerte stark an den legendären Ritzer Tom, der in seiner Blütephase (1980er Jahre) die fußballerisch hochklassigen Eigenschaften aller drei Offensivkräfte in einer Person bündelte.

Cover plötzlich in Unterzahl
Das Spiel war intensiv und bot den zahlreich erschienen Fans einen attraktiven Kick, auch wenn die ganz großen Tormöglichkeiten ausblieben. In Minute 35 fuhr Cover einen Konter, der mit einem Foul unterbunden wurde. Den anschließenden Regelhinweis von Krüger quittierte der Schiedsrichter mit Gelb, eine darauffolgende Geste mit Gelb-Rot. Tja, es liegt uns fern den Schiedsrichter für eine nach Regelbuch wohl korrekte Entscheidung zu kritisieren, aber…

Auch in Unterzahl tonangebend
Die numerische Unterlegenheit tat dem gefälligen Cover-Spiel keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Mit etwas mehr Wut im Bauch wurde die Mannschaft von Minute zu Minute stärker. Vor der Halbzeit hatte man das Gefühl, dass der Führungstreffer nur noch eine Frage der Zeit sein würde. Allerdings kam der Pausenpfiff dem Vorhaben „Führungstreffer“ in die Quere. Bei Pausentee (mit Frosch) entschieden sich dann einige Zuseher doch nicht wie geplant abzureisen, so attraktiv war das Spiel im ersten Durchgang.

In der Kabine musste einerseits auf den Ausschluss, andererseits auf die vorbelasteten Innenverteidiger reagiert werden. Ein zweiter Platzverweis sollte unbedingt vermieden werden. Taktisch ergab sich mit der Hereinnahme von Karus und Steinbach eine Raute im Mittelfeld und die Solospitze Brouczek.

Cover, Cover, Cover
Es war nach Wiederbeginn nichts davon zu merken, dass man als Gastmannschaft einen Spieler weniger am Feld hatte. Zu bissig, zu kompakt, zu gut die mannschaftliche Leistung. Und dabei war man nicht nur mit Defensivaufgaben beschäftigt, sondern punktete auch im Spiel nach vorn. Zunächst wurden die Chancen jedoch nicht verwertet. Sniesko nutzte in der Kantine hingegen die erste Möglichkeit die sich ihm bot und orderte eine weitere Runde für den Auswärtsblock, in dem sich die Stimmung bald dem Siedepunkt nähern sollte.

Abgebrüht wie ein Hai
Auf dem Spielfeld schlug dann nämlich die Stunde von Stefan Kasmannhuber: 69. Minute, ein Corner für uns. Inters Abwehr klärt zu kurz, Kasmannhuber vollstreckt abgezockt den Abpraller ins lange Eck. Führung, 1:0 für Cover! Ob der Ball tatsächlich noch Thomas‘ Zehenspitze, wie von diesem beinhart behauptet, berührte, konnte nicht abschließend geklärt werden. Egal, wir waren vorn!

Keine große Reaktion
Wer nun auf ein heftig anstürmendes Inter wartete, wurde enttäuscht. Keine Trotzreaktion der Hausherren, keine erdrückende Überlegenheit trotz einem Mann mehr. Stattdessen spielten wir den Stiefel sauber runter und die Gastgeber mussten sich mehr und mehr damit abfinden, erstmals seit über zwei Jahren wieder eine Partie auf heimischen Naturgrün zu verlieren. Stichwort verlieren: Kasmannhuber gab nach seinem Führungstreffer eine sensationelle Interpretation des Pawlowsk’schen Meisterwerks „Kopfballspiel“ ab und verlor kein einziges Luftduell. Traumhaft. Weltklasse. Ekstase in der Kurve.

Kurz vor Ende machte der zur Halbzeit eingewechselte Karus nach einem herrlichen Sauer-Assist alles klar und verwertete zum 2:0. Erstes Tor im ersten Pflichtspiel, kann so weitergehen. Kurz darauf war Schluss – extrem verdiente drei Punkt und ein perfekter Saisonstart!

Fazit: Herz was willst du mehr? Eine leidenschaftlich spielende Cover-Mannschaft dominiert Leopoldau. Das beste Naturgrün-Spiel seit dem legendären Match bei Neusimmering (Unbedingt nachlesen: LINK). In dieser Form und mit dieser Leidenschaft ist es nicht arrogant zu behaupten, dass wir Titelfavorit Nummer eins sind. Doch die Leistung muss bereits nächste Woche im großen Clasico wiederholt werden, sonst stehen wir schneller ohne Punkte da als uns lieb ist.

Auch die Fans sind aufgerufen alles zu geben, deshalb erwarten wir zum Clasico ein volles Haus: Montag, 25. September, 20 Uhr, Gruam. Diese leidenschaftlich auftretende Mannschaft hat sich eure Unterstützung mehr als verdient!

Inter Leopoldau : SC Cover-Direct 0:2 (0:0)
Nord-Wien-Platz

SCCD spielte mit: Bielowski; Sauer, Vuijk (HZ, Steinbach), Heimer (84., Spinka L.), Salas Campos; Kasmannhuber, Havlik, Ivanov; Krüger; Brouczek Brandstetter (HZ, Karus).

Torfolge:
0:1: Stefan Kasmannhuber (69.)
0:2: Felix Karus (87.)

WFV-Spielbericht

PS: Auf vielfachen Wunsch wollte die Redaktion zur neuen Saison wieder die Rubrik „Die Besten“ einführen. Bei dieser mannschaftlich geschlossenen Sensationsleistung allerdings nicht möglich, einzelne rauszupicken.