Nach 4:1 im Clasico: Der Meistertitel ist zum Greifen nah!

Am Samstag war es wieder soweit: El Clasico gegen SG Südtirol stand auf dem Programm in der 18. Runde der DSG-Liga. Das Spiel hielt viel von dem, was es im Vorfeld versprochen hatte: Spielerische Highlights, eine gut besuchte Gruam, Leidenschaft… Nach einer starken Vorstellung gewannen wir mit 4:1 und führen die Tabelle bei vier ausstehenden Partien mit 12 Zähler auf die Südtiroler an. Der zehnte Sieg im zehnten Frühjahrs-Pflichtspiel war fast das Meisterstück!

Samstagnachmittag, frühlingshafte Temperaturen und eine hochmotivierte Truppe, schöner kann der Einstieg in einen Samstagnachmittag gar nicht sein. Die Ausgangssituation eindeutig: Ein Heimsieg und wir sind fast Meister. Gewinnt Südtirol, wird es nochmal ganz eng im Rennen um den Titel und wir können uns beim anstehenden Restprogramm warm anziehen.

Verpatzter Start
Entsprechend voller Leidenschaft dann auch die Ansprachen in der Kabine und im Kreis am Feld – großes Kino, Meuthen hat wohl am Vorabend noch Braveheart mit Pawlowski geguckt. Am Feld erwischte uns die SGS allerdings eiskalt. Wir waren noch nicht richtig am Kunstrasengrün angekommen und tasteten uns etwas nervös heran, da wurde Simon Folie auf die Reise geschickt. Die Südtiroler Legende enteilte unserer sonst souveränen Abwehr und schob trocken zum 1:0 ein. Relativ humorlos wurde da unsere geplante Party auf eine harte Probe gestellt.

Südtirol extrem präsent
Und wir brauchten dann auch etwas Zeit, um uns vom frühen Schock zu erholen. Unser Aufbauspiel kam gar nicht in die Gänge, die Gäste stellten geschickt immer wieder alle Optionen zu. Zumindest erging es uns nicht so wie zuletzt Leverkusen oder dem HSV – hier merkt man uns halt schon die Klasse an. Mit Fortdauer der ersten 45 Minuten konnten wir aber den Sand aus dem Getriebe entfernen und uns dem Südtiroler Pressing mehr und mehr entziehen.

Die Frucht will nicht ins Tor
Ohne haushoch überlegen zu sein, kamen wir vor dem Halbzeitpfiff doch zu zahlreichen Chancen. Tragische Figur war Jeremy, der zweimal im Strafraum höchst aussichtsreich mit viel Pech scheiterte. Auch Danny hatte den Ausgleich am langen Lars-Bender-Bein, doch es sollte noch nicht sein. Mit einem Rückstand gingen wir in die Kabine. Beziehungsweise blieben in der Sonne liegen – spricht ja nichts dagegen.

Der Schiri pfiff an und was dann passierte, werdet ihr nicht glauben…
Die Halbzeitansprache war voller Zuversicht, hier das Spiel sicher noch drehen zu können. Doch was in den zehn Minuten nach der Pause passierte, übertraf die kühnsten Vorstellungen. Mit dem ersten Angriff erledigten wir die Aufgabe Ausgleich: Schöner Angriff über rechts, mustergültige Ablage von Captain Joey und ein staubtrockenes 1:1 vom Ibel. Yes, jetzt waren wir in der Spur! Caspar gefühlt mit Saisontor Nummer 49 und nun waren die Wölfe plötzlich extremst hungrig, wollten mehr.

Dem Turnaround folgte Hektik
Wir nutzten das Momentum beinhart aus. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich erneut der unfassbare Ibel, der nach Vorlage vom mindestens genauso unglaublichen Danny das 2:1 macht. Spiel gedreht, großer Jubel in der Gruam. Nach einem kurzen Durchschnaufen und Sonderapplaus für den ausgewechselten Rechtsverteidiger Groiss, folgte der große Auftritt des Danny M., der in der 54. Minute das 3:1 nachlegte. Wahnsinn, binnen acht Minuten drei Hütten und das Spiel gedreht! Die Gruam flippte komplett aus und die Menge tobte! Wie uns allerdings nach dem Spiel berichtet wurde, weil die Fan-Bierkisten bereits nach nicht einmal einer Stunde aus waren und nicht aufgrund der sensationellen sportlichen Leistung.

Danach wurde der Clasico ein wenig hektisch. Kleinere Nickligkeiten auf beiden Seiten ordnen wir in die Kategorie Übermotivation ein und haken sie damit ab – Kritik an Einzelpersonen ersparen wir uns auch. Spürbar litt das Spiel etwas darunter und wirkte etwas zerfahren.

Jeeeerryyyy, Jeeeerryyyy, Jeeeerryyyy
In der 71. Minute große Gefühle in der Gruam: Nach heroischem Kampf wurde der vom Ausschluss mittelstark bedrohte Jeremy durch Mike ersetzt. Für seinen unbändigen Einsatz und seine Art das Spiel im Stile eines Toni Kroos‘ zu lenken, wurde der talentierte Bursche [Anm. d. Red.: Jeremy] mit lautstarken Rufen der Fans bedacht. Hoffentlich nicht das letzte Mal, dass Jeremy „Magic“ Rome seinen Zauber in unserem Spiel versprüht.

Der eingewechselte Michi war dann auch gleich im Zentrum des Geschehens: Nach einem Zweikampf forderten die Gäste die Rote für Torraub. Strittige Situation, die mit einer Kompensationsgelbenkarte schlussendlich wohl richtig bewertet wurde, denn viel Foul war in der Aktion tatsächlich nicht zu erkennen.

Schlussphase und the cat is in the sack
Ohne die ganz großen Chancen wachte Südtirol dann eine Viertelstunde vor Ende wieder auf. Doch unsere Abwehr stand solide und ließ da nicht mehr viel anbrennen. Auf der Gegenseite dann auch nichts Neues: Kranker meuthen’scher Ball auf Ibel, der tanzt den Goalie aus und macht das 4:1. Normal. Bissl arrogant, aber geil. Jetzt war das Ding hier durch, kurz darauf war Schluss und ein wichtiger Sieg im Clasico durfte bejubelt werden!

Fazit: Ein verdienter Sieg, das darf man ruhig so sagen. Entscheidend war einmal mehr, dass wir uns trotz des frühen Rückstands nicht verunsichern haben lassen. Ansonsten war es ein ziemlich feines Fußballfest mit gebührender Kulisse – ein Dank an alle die sich mit uns in diese Feierlichkeiten begeben haben und viel Glück allen, die noch immer am Feiern sind!

 

DSG-Liga | 18. Runde | 29.4.2017
SC Cover-Direct vs. SG Südtirol 4:1 (0:1)
Gruam

SCCD spielte mit: Bielowski; Salas Campos, Heimer, Kasmanhuber Groiss (52., Kain); Havlik, Pawlowski, Rome (71., Ludescher); Meuthen, Ibel, Krüger.

Torfolge:
0:1: Simon Folie (6.)
1:1: Caspar Ibel (46.)
2:1: Caspar Ibel (49.)
3:1: Daniel Meuthen (54.)
4:1: Caspar Ibel (87.)
WFV-Spielbericht

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